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Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung vom 13. September 2011.
von: pw

Als die Salami in die Radspeichen geraten ist.

Anekdoten vom Radwandertag.

ETTENHEIM-ALTDORF (pw). Nicht nur sportliche Höhepunkte, auch einen kleinen Rückblick auf mittlerweile 25 Jahre Radwandertag hat der Jubiläumsabend der TG Altdorf zu Radwandertag geboten. Die Initiatoren Liesel Duffner (89 Jahre) steuerte mit ihren Söhnen Bernhard und Markus Duffner manche Anekdote bei.

Die Idee zu einer solchen Veranstaltung hatte Markus Duffner, damals Sportstudent, aus der Schweiz mitgebracht, wo er an einem Alpen-Brevet teilnahm. Mit seinen Plänen begeisterte er seinen Bruder Bernhard und den Vater Leo, den damaligen TGA-Vorsitzenden. Dessen Ehefrau Liesel Duffner wurde ebenfalls und wie "selbstverständlich eine Rolle zugewiesen", erinnerte sie sich. Mit vereinten Kräften hätten die Helfer "alles prima geschafft". Gleich die erste Auflage der Veranstaltung wurde zum Erfolg: 624 Starterinnen und Startern waren dabei, erinnerte sich Bernhard Duffner.

In all den Jahren gab es auch einige Fahrer, die nicht wie geplant am Ziel ankamen – was weniger an der Beschilderung der Strecke als den Radlern selbst gelegen hatte, so Duffner: Ein Teilnehmer sei einst aus Versehen nach Triberg gefahren, ein anderer im vergangenen Jahr bis zehn Kilometer an die Alexanderschanze heran geradelt.

Das große Geld sei mit dem Radwandertag allerdings nicht zu machen, erzählte er weiter: Vor allem für Werbung würde im Vorfeld viel Geld ausgegeben. Eine weitere Variable sei die Verpflegung, denn je nach Wetter ändere sich die Zahl der startenden Radler. Da auch der letzte Mitfahrer noch einen Imbiss erwarte, laufe manchmal viel über kurzfristige Logistik. Eventuell zu viel gekauftes Obst oder Spaghetti würden jedoch nicht einfach weggeworfen, sondern landeten dann beim örtlichen Kindergarten, der Grundschule oder der Kenzinger Tafel.

Liesel Duffner sorgte mit ihren Anekdoten für manche Lacher im Publikum. So war ihr Mann Leo Duffner einst für die Beschaffung von Präsenten– etwa für den jüngsten und den ältesten Fahrer – zuständig gewesen und hatte zu diesem Zwecke eine große Salami "abgestaubt", erzählte sie. Da aber die an seinem Fahrrad angebrachten Taschen bereits gefüllt waren, konnte er sie dort nicht mehr verstauen – und prompt geriet ihm die Riesensalami zwischen die Speichen.

Schließlich hatte sie einst gar zufällig ein Gespräch zwischen zwei Ettenheimern belauscht, die vor einem Radwandertag-Plakat standen und gesagt hätten: "Den Altdorfern fallen Sachen ein, an die sonst niemand denkt!" Das mussten auch die rivalisierenden Kernstädter neidisch anerkennen. Außerdem hatte sie ein Original-Plakat für den allerersten Radwandertag mitgebracht – in der Nacht davor habe sie allerdings kaum schlafen können aus Sorge vor schlechtem Wetter. Dieses habe den Radwandertag bisher zum Großteil glücklicherweise verschont, zog der Moderator Michael Krappitz ein zufriedenstellendes Fazit.