12
Aug
2014

Einen Traum verwirklicht

TGA-MTB Gruppe realisiert Alpencross St. Anton – Gardasee.

Ziel am Gardasee

Es gibt viele interessante und erlebnisreiche Touren, die sich ein Mountainbiker im Schwarzwald  unter die Räder nehmen kann. Dies haben die 7 Teilnehmer der MTB-Gruppe 7Up der Turngemeinde Altdorf in den letzten 3 Jahren bei Tages- und Wochenendausfahrten schon bewiesen.  Nun sollte als Highlight eine Alpencrosstour realisiert werden. In der Fachliteratur und bei professionellen Unternehmern gibt es inzwischen mehrere Transalp-Traumtouren von verschiedenen Startorten aus, die meist am Gardasee enden. Man entschied sich für die „Albrecht“-Route, einer 6 Tagestour mit Start am Arlberg und Ziel in Torbole am Gardasee und besorgte sich die hierzu notwendigen GPS-Daten der Streckenführung, um  jederzeit eindeutige und schnelle Orientierungshinweise zur Verfügung zu haben.

Das Trainingsprogramm der Teilnehmer über die Wintermonate und im Frühjahr wurde für dieses Unternehmen intensiviert, vor Monaten wurden bereits die Tagesquartiere gesucht und gebucht. Das Vereinsmobil des LVE sollte als Begleitfahrzeug dienen und das Gepäck zu den einzelnen Quartieren  transportieren und als Rettungsfahrzeug zur Verfügung zu stehen. 4 der Teilnehmer gehören der Vorstandsmannschaft der TG Altdorf an, die andern sind bei der MTB-Ausschilderung beim Radwandertag unersetzliche Helfer.

Tag 1:  Um am ersten Tag das geplante Tagesziel zu erreichen, startete man schon früh morgens mit dem Begleitfahrzeug, auf dem alle MTBs untergebracht waren, in Altdorf und erreichte – nach einer Regenfahrt – St. Anton am Arlberg, von wo die Halbtagesetappe zunächst durch das Verwall-Tal über die Konstanzer Hütte (1676 m) führte. Durch das Schönverwall-Tal ging’s weiter, auf einer Schiebe- und Tragepassage über 250 Höhenmeter hinauf zum Tageshöhepunkt (Heilbronner Hütte  2320 m) von wo man – bei schönem Wetter – einen wunderschönen Ausblick die Bergketten der  Silvretta hätte genießen können. Leider zeigte der Wettergott kein Verständnis, so dass bereits am ersten Tag der Tour über mehrere Stunden und anstrengende Kilometer die Regenbekleidung getestet wurde. Am Kops-Stausee vorbei wurde die Wasserscheide Donau-Rhein  am Zeinis-Joch auf 1820 m erreicht. Von dort ging es weiter auf der Silvretta Hochalpenstrasse im Tal der Trisanna hinab  nach Galtür. Nachdem des dort endlich fast aufgehört hatte zu regnen führte die Tour  weiter Richtung Ischgl (1400 m), danach kam man  nach einem 8 Kilometer  Anstieg bei der  Bodenalpe (1848 m) an.

Tag 2: Schöneres Wetter, ein tolle Landschaft sollten diesen Tag prägen: Zunächst stand der Anstieg durch das Fimbertal – über die Grüne Grenze Österreich – Schweiz, vorbei – nach einer anstrengenden Schiebepassage - an der Heidelberger Hütte (2264 m) zum Fimberpass (2608 m)  (mit dem fast 3000 m hohen Fluchthorn im Hintergrund) auf dem Programm, von wo es  im Val Sinistra in einer kurzen Abfahrt ins Rätoromanische Unter-Engadin nach Scuol  (1254 m) hinab ging. Doch gleich nach der Innbrücke führte  der steil aufwärts führende Weg auf einem wunderschöne Trail zur  Alp Astras und später zum Pass da Costainas (2252 m). Die letzen Kilometer  an diesem Tag führen auf einer Traumabfahrt auf gutem Schotter – das Ortler-Massiv zum Greifen nahe – hinab ins Münstertal, wo in der Nähe des Ofenpasses in Tschierv  (1662 m) nach ca 65 Tageskilometern und über 2100 Höhenmetern das Quartier bezogen wurde.  

Tag 3: Nach einer kurzen Abfahrt auf der serpentinenreichen Ofenpassstraße begann der  Aufstieg von 1556 m auf 2234 m hin zum Pass Döss Radond. Von dort ging es weiter in das unvergleichliche Val Mora. Es war angepriesen als Traum: ein leicht abfallendes Hochtal und es war wirklich unvergleichlich. Doch leider war es etwas wolkig und leichter Nieselregen forderte bei der  Fahrt auf einem Single Trail direkt am Fluss entlang höchste Konzentration. Wieder passierte man die Grüne Grenze zwischen Schweiz und Italien, gelangte – vorbei an den beiden  Stauseen (Lago di San Giacomo und Lago di Cancano)  - zum Torri di Fraéle (1942 m) auf einer Serpentinenabfahrt über fast 700 Höhenmeter hinab ins Etsch-Tal  nach Bormio (1270 m ) und nach einer kurzen Cappuccino Pause wurde  nach  ca 80 km und 1120 Höhenmetern das Tagesziel Grosio (663 m ) erreicht

Tag 4: Ohne Regen bei südländischen Temperaturen hatte man am nächsten Morgen gleich einen kräftigen Anstieg zu bewältigen. In Kehren und Serpentinen erklomm man in  knappen 12 Kilometern den Passo  Foppa auf 1852 m.   Die Ausblicke zurück hinab ins in das Etschtal waren absolut phänomenal, ebenso wie  die nun  folgende steile Abfahrt durch das Val del Mortirolo nach Monno, von wo es wieder 18 km im  Oglio-Tal aufwärts auf einem neu angelegten Fahrradweg  bis zum Tagesziel nach  Ponte Legno ging, wo man in einem Hotel in der Fußgängerzone ein freundliches Quartier gebucht hatte, das nach ca 43 km und 1700 Höhenmetern erreicht wurde. Ein Kettenriss und ein Kettenklemmer an diesem Tag waren die einzigen technischen Defekte, die bald behoben waren bzw. mithilfe des herbeigerufenen  Begleitfahrzeuges zu keiner größeren Verzögerung der Tour führte.

Tag 5: Die Tour des nächsten Tages sollte mit nur 25 km und 675 Höhenmetern  als kürzeste Strecke in das Roadbook der Alpenüberquerung eingehen: das Wetter machte einen gewaltigen Strich durch das Tagesprogramm: beim Start regnete es schon kräftig, und Regen begleitete die Gruppe auf der ganzen Auffahrt auf den Passo Tonale (1887 m).  Auf der  Passhöhe – im Winter ein bekanntes Skizentrum – ein kurzes Unterstehen  -  dann eine Abfahrt  bei Starkregen über ca 15 km ins Val Vermiglio, die selbst wetterresistenten Fahrern die Freude am MTB-Sport  nehmen kann:  völlig durchnässt und  durchfroren wurde die Tagestour um 12.00 Uhr abgebrochen, das Begleitfahrzeug gerufen, das die gesamte Gruppe samt Rädern zum nächsten Tagesziel nach Madonna di Campiglio brachte, einem idyllischen Ort  im Trentino  in einer geschützten Talsenke zwischen der Brenta-Gruppe und der vergletscherten Adamello-Presanella-Gruppe.

Tag 6: Der letzte Tag sollte eine Entschädigung für die abgebrochene Tagestour des Vortages sein, denn das Wetter spielte richtig gut mit, als es zunächst auf einem Single Trail abwärts zu einem Wasserfall ging, und anschließend durch das  Val d’Agola der Aufstieg zum letzten Pass begann, den man – nach kurzer aber heftiger Schiebestrecke - auf 1848 m Höhe erreicht hatte: Es folgte  ein letztes obligatorisches „Pass“-Bild auf dem Bärenpass vor dem beeindruckenden Felsmassiv der Brenta-Dolomiten.  Hinab ins Val d’Algone – teilweise auf einer Schotterdownhillstrecke – erreicht man bald Stenico, konnte Kletterer in einer Steilwand beobachten, und hatte bald Arco erreicht, wo in der Stadtmitte eine Cappuccino Pause eingelegt wurde. Nach den letzten Kilometer- bei nun mediterranen Temperaturen – konnte am späten  Nachmittag nach ca 75 km und 1380 Höhenmetern dass Tourenziel in Torbole erreicht werden und nach dem Einchecken im Quartier beschloss ein Bad im kühlen Gardasee das Unternehmen Alpencross 2014. .

Tag 7: Am nächsten Morgen wurden die Fahrräder auf dem Begleitfahrzeug verstaut, und nach einer langen Heimfahrt – über Mailand und fast obligatorischem Stau vor dem St. Gotthard Tunnel,  bei Starkregen vorbei am Vierwaldstätter See erreichte man am frühen Abend nach einer einmaligen, unvergesslichen und erlebnisreichen Woche wieder Altdorf. Die Teilnehmer waren froh, ohne ernsthaften  Sturz – die mitgeführten  1-Hilfe-Päckchen konnten ungeöffnet wieder zurück gegeben werden - diese Woche geschafft zu haben. An der Alpencross-Tour  der TG Altdorf nahmen teil: Michael Andlauer, Bernhard Duffner, Harald Jäger, Sebastian Kobler, Hartmuth Melzer, Ralf Oswald, Jürgen Schwarz  und als Begleitfahrer Frank Ernst und Isy Käufer.

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