31
Aug
2009

Erlebnisreiche Radtour im Französischen Nationalpark der Cevennen

Seit 1986 Jahren führt die Radsportabteilung der Turngemeinde Altdorf e.V. mit Bernhard Duffner jeweils in den Sommerferien eine einwöchige Rennrad- bzw. Mountainbike durch

Das Konzept ist unverändert: mit Begleitfahrzeug, in dem die gesamte Ausrüstung mit großem Rundzelt, Campingküche und Verpflegungs-, Ersatz und Reservematerial mitgeführt wird und das als Transportfahrzeug für die ganze Gruppe mit Rennrädern für An- und Abreise dient, wenn Start bzw. Ziel nicht in Altdorf sind. Die bisherigen Touren führten meist durch die deutschen, österreichischen, schweizer ODER französischen Alpen über viele bekannte und meist unbekannte Alpenpässe, es gab auch schon Touren durch die Toscana oder vom Atlantik durch die Pyrenäen zum  Mittelmeer oder im Jahr nach der Maueröffnung eine Fahrt durch die ehemalige DDR nach Berlin.

In diesem Jahr hatte man den Süden Frankreichs ausgesucht, wo im Gebiet von Ardèche, Tarn und Cevennen eine landschaftlich wunderschöne Streckenführung ausgewählt wurde. Eine Tourenzusammenstellung und die notwendige Orientierung in den Zentralalpen ist relative einfach, da es dort meist im Wechsel nur talauf bzw.- talabwärts geht mit mehreren Passhöhen als wirkliche Höhepunkte einer Tagesetappe: anders bei der diesjährigen Tour: die vielen kleinen, unbekannten Nebenstraßen in meist welligem Gelände erforderten eine genaue Vorbereitung der Tour, wollte man die wirklichen landschaftlichen Höhepunkte dieses weitläufigen Naturschutzgebietes wirklich finden und erfahren.

In akribischer Vorarbeit hatte Reinhard Kastner durch Fachliteratur- und Internetrecherche eine einmalige Streckenführung herausgefunden und zusammengestellt, die nicht auf das Ansammeln von Kilometern oder Höhenmeter ausgerichtet war, sondern die Radgruppe an den reizvollsten Punkten in dieser Landschaft vorbeiführen sollte. Mit Navigationsgerät bei der Radgruppe und im Begleitfahrzeug nutzten die Altdorfer modernste Orientierungstechnik. Auch die Mobiltelephone funktionierten erheblich besser als in vergangenen Jahren in den Zentralalpen. So waren die Gruppenmitglieder  immer miteinander verbunden, was den Vorteil hatte, dass auch differenziert Streckenabschnitte ausgewählt und dadurch die Tagestour entsprechend der radsportspezifischen Voraussetzungen der Teilnehmer der diesjährigen Tour kurzfristig erweitert bzw. abgekürzt werden konnten.

In einer 8-stündigen Anfahrt erreichte bei man bei Montélimar im Rhonetal am Ende des ersten Tages den diesjährigen Startort der Tour bei Pont-St. Esprit am Ostrand des Massif Central. In den Abendstunden führte die kurze Etappe durch die „Gorges de l’Ardèche“. Die Ardèche, ein Nebenfluss der Rhone hat hier die Kreidekalke des Rhonetals in einer etwa 30 km langen Schlucht gequert. Die kurvenreiche, wellige Fahrstraße führt oberhalb der Schlucht flussaufwärts und bietet dem Besucher immer wieder atemberaubende Blicke hinab in die Talsohle in dieser wilden Landschaft. Gecampt wurde täglich wie geplant auf Campingplätzen, das Abendessen wurde auf den Campingkochern selbst zubereitet und nach einem kräftigenden Frühstück am nächsten Morgen– bevor die Tagestemperatur ihren Höhepunkt erreicht hatte, war schon meist über die Hälfte der Tagesetappe zurückgelegt. Ausgewählte Touren durch den Nationalpark der Cevennen mit leichtwelligen Hochflächen durch eine äußerst dünn besiedelte Landschaft – wie z.B. die Gegend um den Mont Lozère oder die „Causse Mejan“ mit kleinen, fast verlorenen Ortschaften, manchmal Ortsdurchfahrten und kurze Unterbrechungen in malerischen, des öfteren mit Befestigungsanlagen versehenen Kleinstädten wie z.B. Florac, Sainte Énimie oder la Malène ließen diese Radtour zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Höhepunkt war der Mont Aigoual (1565 m), von dem man einen eindrucksvollen Panorama-Rundblick genießen konnte: in unmittelbarer Nähe im Nordosten die Corniche des Cévennes, in weiterer östlicher Richtung konnten jenseits des Rhonetals die Alpen und im Südwesten die Pyrenäen am Horizont erkannt werden. Hatten die Altdorfer am ersten Tag die wildromantische Schlucht der Ardèche von der Straße aus nach unten betrachten können, so entschied man sich, einen Abschnitt der Tarn, einem Nebenfluss der Garonne in einer halbtägigen Kanutour zu durchfahren. Vom in dieser Jahreszeit zahmen Fluss aus bewunderte man die canonartig geformten, zerklüftete und teilweise bizarr gestaltete, manchmal 400 bis 600 m hohe Naturkulisse in diesem Nationalpark.

Nach 7 Tagen kehrten die Radsportler der Turngemeinde Altdorf – zufrieden mit den unvergesslichen Eindrücken und Erinnerungen wieder mit dem Begleitfahrzeug nach Altdorf zurück.

Zurück