12
Okt
2014

Es ist kein Kampf gegen die Uhr, sondern eher ein Kampf gegen sich selbst

Siegerbild
S

Es ist kein Kampf gegen die Uhr, um als Schnellster über die Ziellinie zu fahren, sondern eher ein Kampf gegen sich selbst, sich zu überwinden. Die Rede ist vom „Symbadischen Radmarathon“ in Altdorf. 201 Kilometer bei insgesamt 3700 Höhenmetern zu absolvieren, ist eine wahre Meisterleistung. Manche Radfahrer sind gut vorbereitet – sie haben schon 8000-10000 Trainingskilometer in den Beinen, andere versuchen sich erst einmal an kürzeren Strecken, die beim Altdorfer Radwandertag auch angeboten werden. Alle kommen aber voll auf ihre Kosten. Die TG Altdorf als ausrichtender Verein hatte alles Menschenmögliche getan – gute Vorbereitung, attraktive Strecken, sehr gute Verpflegung und Betreuung – nur eines konnte man nicht beeinflussen – das Wetter. Das war aber an diesem Sonntag trotz schlechter Prognose ganz ideal – trocken und nicht zu heiß. Das hatte Bernhard Duffner und sein großes Orga-Team sich redlich verdient, nachdem die Veranstaltung 2013 total verregnet war. An den Teilnehmerzahlen hat sich dies ablesen lassen. Mit insgesamt 543 Teilnehmern auf insgesamt 6 Strecken auf der Straße und 3 weiteren Mountainbikestrecken waren die Altdorfer recht zufrieden. Nur in der Kategorie des Radmarathons war die Teilnehmerzahl mit 73 etwas enttäuschend laut Duffner.

Diejenigen, die diese anspruchsvolle Marathonstrecke gefahren sind, waren voll des Lobes, wie zum Beispiel Klaus Freyburger aus Schwetzingen und Peter Brommler aus der Gegend von Villingen-Schwenningen. Diese beiden, zusammen mit dem Unterschenkel  amputierten Rainer Schweizer aus Achern, kamen nach 6 Stunden und 45 Minuten im Ziel an und erreichten damit einen Durchschnitt von fast 30 Kilometer pro Stunde. Um diese Leistung zu erbringen, muss man sportverrückt sein, in diesem Fall radsportverrückt, so die Aussage von Klaus Freyburger, der zum 7.Mal am Symbadischen Radmarathon teilgenommen hat. Als „Endorphin-Junkie“ würde man ihn auch bezeichnen. Er habe sich gewundert, dass er sich im Alter von 52 Jahren noch so gut gegen viel jüngere behaupten kann. Dopingmittel kämen für ihn und auch die anderen Teilnehmer nicht in Frage. Die Freude am Radfahren und das Überwinden von Grenzen sei Doping genug. Wenn man das Teilnehmerfeld am Symbadischen Radmarathon betrachtet, kamen die meisten natürlich aus der Schwarzwald-, aus der württembergischen oder auch nordbadischen Gegend. Die weiteste Anreise hatte eine Teilnehmerin aus Brüssel. Radfahrer aus Frankreich und der Schweiz konnte man auch entdecken. Unter die Marathon-Radfahrer hatte sich auch der Ettenheimer Ultramarathonläufer Andreas Amann gemischt. Er hatte ausdauermäßig natürlich keine Probleme, aber es fehlte ihm an der Technik, besonders am Berg. Für ihn dient das Radfahren zur Regeneration.

Auf den anderen Radstrecken tummelten sich vor allem jung und alt aus der Ortenau; vor allem die neue Strecke über 57 Kilometer von Altdorf über Herbolzheim, Weisweil, am Rheinkanal entlang nach Rhinau und über Kappel zurück nach Altdorf wurde intensiv genutzt ( 76 Teilnehmer ). Die Teilnehmerzahl auf der 59 Kilometer langen Mountainbikestrecke mit 85 Fahrern konnte sich auch sehen lassen. Diese Strecke mit 1500 Höhenmetern hatte seine Tücken besonders im Bereich des Geisberges.

Bevor die fünf Hauptpreise von der Glücksfee Anna-Lena Lehmann aus dem Lostopf gezogen wurden, dankte Bernhard Neumeier, Vorsitzender der TG Altdorf, allen 120 Helferinnen und Helfern, ohne die dieser 28.Altdorfer Radwandertag und 15. Symbadische Radmarathon nicht hätte durchgeführt werden können. Sebastian König, Pressesprecher des Badischen Radsportverbandes und im Beruf Mediziner, übernahm die Moderation und die Preisverleihung. Vorher hatte er noch einige Verletzungen von Marathon- und  Mountainbikefahrern zu behandeln. Außerdem war er als Aktiver auf die Marathonstrecke gegangen. Den Hauptpreis, ein Mountainbike, konnte Jörg Wieczorek aus Ettenheim gewinnen. Der Preis kam ihm gerade recht, weil sein eigenes Mountainbike schon in die Jahre gekommen war. Wie jedes Jahr wurden auch die jüngsten und ältesten Teilnehmer auf den einzelnen Strecken mit Preisen bedacht. Einen Sonderpreis erhielt die Familie Schwab aus Altdorf als zahlenmäßig größte Familie mit 9 Teilnehmern.
Preise gingen an:

Strecke 1 – 30 km
Jüngster TN: Florian Kopf ( 3 Jahre )
Ältester TN : Erwin Sterzenbach aus Grafenhausen ( 88 Jahre )

Strecke 2 – 57 km
Jüngster TN: Tristan und Finn Schüttig ( 8 Jahre )
Ältester TN: Bernhard Hebding ( 78 Jahre )

Strecke 3a – 73 km:
Jüngster TN: Simon Weingartner ( 31 Jahre )
Ältester TN: Lothar Scholl ( 74 Jahre )

Strecke 3b – 70 km:
Jüngster TN: Victoria und Patricia Huhle ( 10 Jahre )
Ältester TN: Hugo Beck aus Ettenheim ( 80 Jahre )

Strecke 4 – 120 km:
Jüngster TN: Marc Tiburski ( 23 Jahre )
Ältester TN: Günther Dettmann aus Lahr ( 73 Jahre )

Marathon – 201 km:
Jüngster TN: Simon Vogele aus Ringsheim ( 23 Jahre )
Ältester TN: Werner Rothengatter ( 70 Jahre )

MTB 1 – 41 km:
Jüngster TN: Jan Rietsche ( 8 Jahre )
Ältester TN: Uwe Doms ( 74 Jahre )

MTB 2 – 59 km:
Jüngster TN: Lennard Wieczorek ( 9 Jahre )
Ältester TN: Franz Hartmuth ( 71 Jahre )

MTB 3 – 90 km:
Jüngster TN: Martin Goth ( 24 Jahre )
Ältester TN: Otto Fehrenbacher ( 73 Jahre )

 

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