09
Aug
2013

Mit dem Rennrad über Vogesen –Jura zum Berner Oberland

Seit 1986 ist die Radsportabteilung der Turngemeinde Altdorf mit Bernhard Duffner mit Mountainbike oder Rennrad in den Sommerferien 1 Woche meist in den Alpen unterwegs. Es fanden auch schon Touren z.B. nach Berlin, oder vom Atlantik zu Mittelmeer statt.

In diesem Jahr begann man die Tour wieder einmal mit Rennrädern zuhause in Altdorf, querte die Rheinebene und fuhr über Ebersmünster, dann durch einige malerische Weindörfer an der elsässischen Weinstraße bis nach Ribeauvillé, von wo aus man über St. Marie aux Mines das Livrette-Tal aufwärts über den Col des Baganelles den Col du Bonhomme erreichte. Weiter ging‘s auf der Vogesenkammstraße „Route des Crêtes“, die während des 1. Weltkrieges zur Versorgung der französischen Truppen  gebaut wurde. Ursprünglich war eine Übernachtung auf einem Campingplatz bei Géradmer vorgesehen, doch Gewitter, Sturm und Starkregen durchkreuzten diesen Plan. Stattdessen wurde nach 125 km  kurz nach dem „Col de la Schlucht“  in der „Auberge Au Pied du Hohneck“ übernachtet.

Am nächsten Morgen folgte man einem Teil der 77 km langen „Route des Crêtes“, die fast ununterbrochen auf der westlichen Seite unterhalb des Gipfelkammes verläuft, bei anfangs nur ca 10 Grad und nebligem Wetter bis man beim Markstein mit 1343 m den höchsten Punkt erreicht hatte.  Vorbei am Grand Ballon genoss man eine lange Abfahrt hinab bis nach  Thann, dann folgte ein kurzer Aufstieg zum „Col du Hundsrück“ und anschließend stand – bei besser werdenden Witterungsverhältnissen  -  nach Masevaux eine Fahrt quer durch den Sundgau,  einer Hügellandschaft, von Landwirtschaft und dörflichen  Strukturen geprägt,  auf dem Tourenprogramm. Nach etwa 150 km hatte man den  Campingplatz im  kleinen Ort Glère bei St.Hippolyte am Doubs, auf dem ein Teil der Gruppe vor 28 Jahren eine mit Booten eine Wasserwanderung gemacht hatte, erreicht.

Von St. Hippolyte ging führte die Tour weiter in südwestlicher Richtung durch den Jura in die Region Franche-Comté entlang des Flusses Dessoubre, der in vielen Windungen durch ein rund 300 m tiefes Tal  in südwestlicher Richtung verläuft über die Ortschaften Pierrefontaine und Morteau. Nach ca 120 km und 1500 Höhenmetern durch welliges Gebiet bei angenehmen Temperaturen lag das Tagesziel wieder in der Schweiz  in Noiraigue bei  Neuchâtel, wo man im Garten von Bekannten das Zelt aufschlagen konnte und von der Familie köstlich bewirtet wurde.

Auf dem gut ausgebauten und  hervorragend beschilderten Radwegenetz in der Schweiz verlief die nächste Tagestour entlang der Küste des Lac de Neuchâtel – man genoss in südliche Richtung blickend   die einmalige Kulisse der Bergriesen im Berner Oberland, fuhr durch Campingplätze, Hafenanlagen, entlang an Uferpromenaden, vorbei am Bieler See in östlicher Richtung  über  Aarberg durch den Kanton Bern, wo man in der Nähe von Burgdorf beim  ehemaligen TG Altdorf Mitglied Andreas Steiner auf einem Bauernhof zu einem Grillfest eingeladen war und in dessen Garten  übernachten konnte.

Die beiden letzten Tage sollten nun etwas belastender werden, denn auf dem Tourenplan standen noch einige  kleinere und größere Alpenpässe. Nach der Besichtigung einer modernen Käserei im Emmental stand eine Tagesetappe über 130 km bei 2310 Höhenmetern auf dem Programm, das die Altdorfer Radsportler über Langnau und Schüpfheim ins Mariental mit dem Sörenberg führte, von wo es galt, den Glaubenbüelenpaß (1611 ) zu bezwingen, was mit einer rasanten 10 km langen Abfahrt hinunter in die Nähe des Sarner Sees im Kanton Obwalden belohnt wurde. Vor dem Tagesziel – einem Zeltplatz auf dem Gelände des Brienzer Rockfestivals, das an diesem Wochenende stattfinden sollte - , führte die Tour noch auf den Brünig-Paß. Abends wurde man dann Zeuge mehrerer Feuerwerke über dem Brienzer See, die anlässlich des Schweizer Nationalfeiertages  abgebrannt wurden. Der letzte Tag führte in einer Halbetappe von 70 km über Meiringen in einer schmalen, steilen Passstraße über Rosenlaui hinauf auf die Große Scheidegg (1962 m), hinab nach Grindelwald, von wo man bei herrlichem Sommerwetter, angenehmen Temperaturen und bester Sicht u.a. die bekannten Berge der Berner Alpen (Eiger, Mönch, Jungfrau) bewundern konnte. Die diesjährige Tour wurde durch ein erfrischendes Bad bei Interlaken im kühlen  Thuner See beendet. Seit Jahren sind die Altdorfer Radsportler mit  Begleitfahrzeug unterwegs, in dem Zelt, Campingküche, Gepäck, Lebensmittel und auf der Rückfahrt die Rennräder mitgeführt werden. In einer Kooperation mit dem LV Ettenheim konnte hierfür der Vereinsbus genutzt werden, der  vor einem Jahr bei einem Wettbewerb der Sparkasse gewonnen wurde.
Nach ca 700 Km und einer Gesamtsumme von ca 9 500 Höhenmetern kehrten die Radtouristen  - ohne Sturz – wieder nach Altdorf zurück.

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