29
Sep
2016

Nach dreißig Jahren am Ziel

BZ-PORTRÄT: Bernhard Duffner organisiert den Altdorfer Radwandertag zum letzten Mal — Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt.

Der Altdorfer Radwandertag, zu dem mit der Zeit immer mehr Strecken hinzugekommen sind, ist seit 30 Jahren untrennbar mit Bernhard Duffner verbunden. Nun organisiert der pensionierte Sportlehrer die Veranstaltung am Sonntag, 11. September, zum letzten Mal. Statt Streckenplanung, Genehmigungen oder der Suche nach ehrenamtlichen Helfern stehen für den 67-Jährigen dann Cabrio-Touren und Reisen mit seiner Frau Marianne auf dem Programm.

Wenn Bernhard Duffner von den Königsetappen auf den Galibier oder den Col de l'Iseran erzählt, gerät er ins Schwärmen. Der begeisterte Radler ist seit 31 Jahren mit der Radgruppe der Turngemeinde Altdorf unterwegs, zuletzt hat die Gruppe die schmalen Pfade im Pfälzer Wald unter die Stollen ihrer Mountainbikes genommen. "Am Anfang sind wir viele Tour-de-France-Berge gefahren, unsere allererste gemeinsame Tour hat uns ans Mittelmeer geführt", sagt er. Aus jeder Silbe klingt seine Begeisterung für den Radsport. Mit dieser Begeisterung hat er vor dreißig Jahren auch begonnen, den Altdorfer Radwandertag zu organisieren. "Mein Vater war damals Vorsitzender der Turngemeinde, wir hatten freie Hand, um etwas Neues auf die Beine zu stellen", sagt Duffner. "Zu einem Breitensportverein gehört meiner Meinung nach dazu, dass man so eine Veranstaltung anbietet", fügt er hinzu.

Und so hat die Abteilung Radsport unter seiner Regie eine Veranstaltung geschaffen, die beliebt ist bis heute und die um immer mehr Strecken gewachsen ist – acht sind es heute. GPS und Handys gab es damals noch nicht, die Streckensuche war mitunter abenteuerlich. "Wir haben viel probiert, die tollsten Täler gefunden, sind steckengeblieben", erinnert sich Duffner an die Anfangszeit. Sein jüngerer Bruder Markus, mit dem gleichen Faible für den Radsport ausgestattet, schildert seither die Strecken aus, ist Ideengeber. 1987 gingen direkt 624 Teilnehmer an den Start: "Ein Riesenerfolg." Drei Jahre später kamen schon die Mountainbike-Strecken hinzu. "Das war damals ja ganz neu und schwappte aus den USA zu uns." Gleich ein Drittel der Teilnehmer waren Mountainbiker. Duffner ist die Strecke der Königsdisziplin, den "symBadischen Radmarathon", der 201 Kilometer und knackige 3700 Höhenmeter umfasst, in fast jedem Jahr vorher abgefahren. "Das alles ist eine Philosophie", sagt er.

Seit 1964 ist er in der Turngemeinde aktiv, seit 30 Jahren organisiert er den Radwandertag, hat alles ausgetüftelt und dokumentiert. Für Duffner ist jetzt das Ziel als Projektleiter erreicht. Mit seiner Frau Marianne, die sich jahrelang um die Verpflegung beim Radwandertag gekümmert hat, möchte er nun in ferne Länder reisen, Touren mit dem VW-Käfer-Cabrio machen. Auch für seine vielen anderen Hobbys hat Duffner jetzt mehr Zeit: Er spielt Gitarre, Klavier, hat einen tollen Garten und eigene Reben. Für ihn gilt das Motto, das auch am Scheffel-Gymnasium in Lahr gilt, an dem er 30 Jahre als Lehrer gearbeitet hat: "Carpe diem – nutze den Tag." Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass die Veranstaltung weiter bestehen soll, denn: "Für den Verein ist es ein Gemeinschaftserlebnis."

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