05
Okt
2011

Seit 1987 geht es alljährlich rund

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe des Ettenheimer Stadtanzeigers vom 15. September 2011

Ettenheim-Altdorf (ro). „Wer kam denn auf diese Schnapsidee, einen Radwandertag in Altdorf zu organisieren?“ Diese Frage stellte Michael Krappitz, Moderator am Jubiläumsabend vor dem Altdorfer Radwandertag, den Verantwortlichen der TG Altdorf. Liesel Duffner plauderte aus dem Nähkästchen, wie ihre beiden Söhne Markus und Bernhard mit dieser Schnapsidee die gesamte Familie Duffner in Beschlag genommen habe.

Alles begann im Jahre 1987, als Markus Duffner bei einer Fahrradtour in der Schweiz diesen Einfall bekommen hatte. Mit den damaligen Verantwortlichen im Verein wurde Genaueres besprochen, vor allem, ob es möglich sei, dass ein Turnverein ohne Radsporterfahrung so etwas überhaupt umsetzen könne. Dass so etwas möglich ist, zeigt der Turnverein Altdorf schon seit 25 Jahren. Die Teilnehmerzahlen haben sich nicht erheblich verändert, aber alles andere - von der Verpflegung bis zur offiziellen Anmeldung dieses Radwandertages - ist komplexer geworden. Schon beim ersten Mal 1987 hatte alles perfekt geklappt, dennoch ist es heute durch den Einsatz von Motorradbegleitung und Handys leichter geworden, so der O-Ton von Bernhard Duffner. Interessante Details wurden ebenfalls von ihm erwähnt, so zum Beispiel, dass übrig gebliebene Lebensmittel nicht vernichtet werden, sondern der „Tafel“ in Lahr oder der Schule in Altdorf zugute kommen. Für große Erheiterung, auch bei Bürgermeister Bruno Metz, sorgte die Bemerkung der 89-jährigen Liesel Duffner, dass den Altdorfern Dinge einfallen würden, die den „Ettemer“ niemals in den Sinn kämen. 

Zum Jubiläumsabend hatte der Verein ein bunt gemischtes Sportprogramm zusammengestellt. Dazu gehörten die erstaunlichen Tricks von Joshua Spang vom „Circus Paletti“ mit dem Diabolo, ebensowie die Jonglage mit leuchtenden Bällen in der Dunkelheit von Kai Mutz, ebenfalls vom „Circus Paletti“. Die Gäste vom Rad- und Motorsportverein Bohlsbach begeisterten die Zuschauer mit einem Einradquartett und mit zwei Kunstradfahrern, wobei Markus Schrempp eine mit Höchstschwierigkeiten gespickte Kür auf dem Kunstrad vorführte. Höhepunkt war der „Schweizer Handstand“. Dass die TG Altdorf eher eine Turngemeinde ist, dokumentierten die Leistungsriegen der Jungen unter Leitung von Tibor Mellert und Markus Stelter und die Mädchen unter Trainerin Gisela Wieczorek. Sprünge mit dem Minitrampolin über den Kasten, klassische Bodenturnübungen und waghalsige Menschenpyramiden zeigten die jungen Turner, die Mädchen standen ihren männlichen Altersgenossen am Schwebebalken, Minitrampolin und Boden in nichts nach. Das tänzerisch sportliche und anmutige Element zeigten die Tänzerinnen der Narrenzunft Sendewelle unter Leitung der Trainerinnen Yvonne Fink, Corinna Pradel, Christina Hunn, Ines Eisenbraun und Marina Bauer in zwei einstudierten Tänzen. 

Begonnen hatte dieser Jubiläumsabend mit einer artistischen Meisterleistung der brasilianischen Gruppe „Up-Leon“ aus dem Europa-Park. Bürgermeister Bruno Metz hob in seinen Grußworten besonders hervor, dass es den Altdorfern sehr gut gelungen sei, die schöne Landschaft um Ettenheim sichtbar zu machen, besonders auch denjenigen, die von weiter herkommen. Bruno Nettesheim, seines Zeichens Bundesfachwart für Breiten- und Freizeitsport beim Bund Deutscher Radfahrer in Frankfurt, lobte das ausdifferenzierte Streckenprogramm des Altdorfer Radwandertages. Nicht umsonst vergebe der BDR auch den Marathonwettbewerb an Altdorf, da man sich bewusst ist, dass erstens eine gute Organisation dahinter stehe und zweitens, dass das Profil dieser 201 Kilometer anspruchsvoll sei, aber dennoch schöne Ausblicke in den Mittelschwarzwald, Vorbergzone und Rheinebene gewähre. Zusätzlich zu diesem ereignisreichen Jubiläumsabend hatte der Verein eine Ausstellung über die 25 Jahre Altdorfer Radwandertag angelegt. Hierbei konnten sich die Besucher in die bisher durchgeführten Radwandertage anhand von Fotos, Plakaten, Medaillen und Zeitungsberichten hineinversetzen.

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